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Wattwandern

 

Eine Wattwanderung am Südstrand in Wyk

Eine Wanderung durch das Watt gehört zu den eindrucksvollsten Aktivitäten im Urlaub. Das Wattenmeer, von dem die komplette Insel Föhr umgeben ist, gehört nicht von ungefähr zum Nationalpark Wattenmeer. Es ist der Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen, die sich den dort herrschenden Bedingungen angepasst haben. Wer mit offenen Augen durch das Watt geht, wird einiges davon entdecken können.
Kleiner Priel beim Wattwandern vor Wyk auf FöhrStrukturen im Watt, Föhr
Am Wyker Südstrand liegt ein kleines Stück Watt vom Strand bis zur Norder Aue, dem breiten Priel zwischen Föhr und Langeness. Hier lässt sich unkompliziert ein wenig das Leben und Treiben im Watt erkunden, Interessierten werden auch naturkundliche Führungen angeboten.
Strandläufer auf der Suche nach EssbaremJunger Krebs im Wattenmeer bei Wyk auf Föhr
So wie das Watt frei liegt, ist der Tisch für die Seevögel, wie hier zwei Austernfischer, reichlich gedeckt. Man muss schon eine wenig näher hin sehen, um die vielen kleinen Lebewesen zu erkennen, die sich auf dem freigelegten Meeresboden tummeln.

Krebs im ablaufenden Wasser, Wyk auf Föhr
Eine Strandschnecke im seichten Wasser
Die Strandkrabbe kommt im Nordfriesischen Wattenmeer sehr häufig vor. Da ihr eine kurzzeitige „Trockenlegung“ ihres Reviers nichts ausmacht, bekommt man sie auch recht häufig zu sehen. Die Strandschnecke ist ein wertvolles Glied im komplizierten Ökosystem des Wattenmeeres. Sie weidet auf dem Wattboden Kieselalgen und Bakterien, und hält so den sandigen Wattboden sauber. Die Strandschnecke kann ihr Haus mit einem Deckel verschließen und so bis zu 20 Tage ohne Nahrung im Trockenen überleben.
Muscheln im PrielRiffeln im Wattenmeer bei Wyk auf Föhr
Die Strömung des Ebbstromes spült mitunter Kolonien von Muscheln frei. Die Herzmuschel lebt im Wattboden, wenn sie freigespült wird, gräbt sie sich umgehend wieder ein. Sie streckt eine Art Siphon zur Oberfläche und strudelt Wasser ein. Dabei filtert sie Nahrung und Sauerstoff heraus.
Ein junger Seestern an der Norder AueTote Qualle an der Norder Aue
Hier befinden wir uns direkt am tiefen Priel, der Norder Aue bei Niedrigwasser. Ein junger Seestern hat die ablaufende Flut “verschlafen” und versucht sich in den rettenden Priel zu retten. Natürlich sind wir ihm dabei behilflich, der Seestern kann auf dem Trockenen nicht überleben. Er lebt hauptsächlich von Muscheln, die er mit der Hilfe seiner Saugfüße öffnet und verzehrt, indem er seinen Magen ins Muschelinnere stülpt. – Der angetriebenen Qualle ist leider nicht mehr zu helfen.

Mehr zum Thema Wattenmeer finden Sie hier:
Föhr – Wattenmeer

Beitrag von ujuergens | 6. Juni 2008

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